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Einige Gedanken über die Teilnahme an Regatten

von Siegfried Hoffmann (Auszug aus dem Klassen-Rundschreiben 3/84)

Regatten - Sie sind im Grunde alle richtig, die Argumente, die gegen eine Teilnahme an Regatten sprechen. Da gibt es zunächst persönliche, familiäre oder berufliche Gründe, die eine Teilnahme nicht ermöglichen. Aber es gibt auch andere, wie z. B. zu viel Aufwand durch Transport des Bootes, u. U. lange Anfahrt, hohe Kosten (Fahrt, Unterkunft, Startgeld), immer nur im Dreieck segeln, segeln müssen bei jedem Wetter, sich nicht richtig mit den Regeln aus-zukennen, ich werde ja doch hinterhersegeln und manches mehr. Selbst die engagierten Regattasegler müssen zugeben, daß die Argumente richtig sind, trotzdem scheuen sie weder Aufwand noch Kosten, um dabeizusein. Ich gehöre z. B. zu denen und will versuchen zu beschreiben, warum wir es trotzdem tun.

Zunächst ist es doch so, daß sich nur im direkten Vergleich und unter gleichen Bedingungen das eigene Leistungsvermögen und das des Bootes ermitteln lässt. Einer, der zum ersten Mal an einer Klassen-Regatta teilnimmt, wird in der Regel sicher nicht im ersten Drittel mitsegeln. Er wird feststellen, daß sein Boot z. B. nicht die gleiche Höhe oder Geschwindigkeit läuft wie andere Boote, oder daß dieses oder jenes nicht so recht funktioniert, Dinge also, die vorher gar nicht aufgefallen sind. Und hier, meine ich, beginnt der Reiz und bietet sich die Möglichkeit, das Segeln als Hobby intensiver und reizvoller zu gestalten. Bei den Regatten bieten sich nun die Möglichkeiten, einmal zu schauen, wie bei den anderen Booten die Segel eingestellt sind, wie der Mast getrimmt ist, und in unserer Klasse ist jeder bereit, mit Rat und Tat beizustehen. Aber auch dann werden mehrere Wettfahrten nötig sein, bis sich Erfolge zeigen, die dann so aussehen, daß man einem, der sonst immer vor einem war, einmal das Heck zeigen kann. Und dieses ist ein Erfolgserlebnis, ganz unabhängig davon, welchen Platz man tatsächlich belegt hat und ich meine, daß dies auch gar nicht so wichtig ist als vielmehr die Tatsache, daß man sich steigern konnte.

Nun zu den Kosten. Sicher ist es teuer, wenn man, insbesondere bei langen Anfahrten, an allen oder den meisten Klassen-Regatten teilnimmt. Wer das nicht will oder kann, hat aber doch die Möglichkeit, zumindest an den Regatten teilzunehmen, die in der Nähe des Heimatreviers stattfinden. Und die dann Entstehenden Kosten halten sich doch im Vergleich zu den Aufwendungen, die sonst für Freizeit und Hobby ausgegeben werden, wirklich in Grenzen.

Und auf noch eines will ich hinweisen, nämlich den Erholungs- und Erlebnis-wert einer solchen Veranstaltung. Einmal an einem anderen Revier und in angenehmer Gesellschaft mit Gleichgesinnten zu segeln, hat schon den Charakter eines Kurzurlaubs und zumindest ich empfinde es so, daß es kaum eine ändere Art der Freizeitgestaltung gibt, bei der man sich zumindest geistig so vollständig von den Alltagsproblemen lösen kann.

Nun, warum schreibe ich das alles? Ich will diejenigen, die bisher nicht an Re-gatten teilgenommen haben, im Interesse der Klassenvereinigung dazu bewegen, ihren Standpunkt zum Regattasegeln zu überdenken und zumindest an den Veranstaltungen in der Nähe des Heimatrevieres teilzunehmen. Ich tue dies aus der Überzeugung, daß es für die Ausübung des Hobbys Segeln auch einen persönlichen Gewinn bringt.

Lasst es auf den Versuch ankommen!